Angesichts der via TV übermittelten Bilder über Grundschulkinder (wochentags statt samstags oder sonntags wie in anderen Städten)) an der Uni Trier (so z.B. am MONTAG, 3.November oder gestern wieder) sowie öffentlicher Vorlesungen wie der des Wirtschaftsprofessors Wolgang Filc (“Ursachen ineffizienter Finanzmärkte und ihre Folgen”) am Freitag(!), den 14.11.2008 um 15.00 c.t. vor dem Bernhard-Vogel-Kreis könnten einem allerdings schon Zweifel daran kommen.
Man/Frau könnte da eher denken, dass es sich eventuell um eine wundersame Allianz von Di-Mi-Do-Studenten mit Di-Mi-DO-Lehrkräften handelt und die vorhandenen Raumkapazitäten zur Zeit einfach nur suboptimal ausgenutzt werden.
Sei's drum.
Tun wir für einen Moment einfach einmal so, als ob das Problem tatsächlich existiere und es sich nicht um ein gefühltes Luxus-Problem von Wirtschaftswunderkindern bzw. - enkeln handelt, es sich mithin tatsächlich um einen AKUTEN und AKTUELLEN Raummangel und keinen eingebildeten handelt, der auch nach dem bekannten Ausdünnen der Erstsemstervorlesungen noch erhalten bleibt.
Gehen wir weiter davon aus, dass es nicht die Spitze (nein, nicht des Eisbergs) eines so genannten Schweinezyklus' ist, der vor allem aktuell und gerade in Trier - laut Prof. Schwenkmezger in seiner Rede am "dies academicus" - durch einerseits den Wegfall der ZVS und andererseits der bundesweit unterschiedlichen Handhabung von Studiengebühren verursacht wurde.
Gehen wir weiter davon aus - und darüber sollte trotz aller larmoyanten Begehrlichkeit Einigkeit herrschen -, dass wir uns in einer Wirtschaftskrise befinden, bei der die Finanzminister im Bund nud in den Ländern allmählich und ohnehin den Überblick über die Zahl und Höhe der staatlichen "Schirme" mit tatsächlichem Geldfluss und/oder Bürgschaften zu verlieren drohen(BayLB, KfW, IKB, LBBW, Opel(GM) und sogar Privatzocker-Merckle) Also gar kein Geld (mehr) da sein wird, um weitere Baumaßnahmen - und seien es auch nur Umbaumaßnahmen (Konversionen) - auf Pump (!) zu finanzieren.
Gehen wir weiter davon aus, dass das Erste, wenn auch nicht das Beste ist, was sowohl die öffentliche Hand als auch die "freie Wirtschaft" als auch der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin privat tut, man/frau spart an der (Weiter-)Bildung.
Dann dürfte wohl eins klar sein, dass es in TRIER selbst wohl keine Raumnot FÜR die Universität gibt; es also weder eines eher weiten als großen Wurfs nach Hermeskeil noch nach Bitburg bedarf. (Wieso geht das in Deutschland/Trier eigentlich immer nur im Extrem? Entweder überspannt oder ganz kleines Karo?)
Die Räume sind einfach da. Man muss halt einfach mal etwas gründlicher, länger und tiefer nachdenken.
1. In den Bildungsinstituten der HWK, IHK, VHS als auch privaten Weiterbildungsschulen(ESO, Inlingua), die ohnehin vermehrt auf Abend- und Wochenendbildung ihrer Schüler ausgerichtet sind und waren (z.B. Meisterkurse, IT-Kurse, Sprachkurse etc.)
2. Richterakademie, Europäische Sportakademie etc.
3. (nicht nur während der Krise) un- bzw. unterausgelastete Trierer Kongresshotels
4. (jetzt kommt ein ganz ketzerischer Vorschlag) Kinosäle im Broadway und Cinemaxx, ja selbst der Theatersaal des Großen Hauses, (abgetrennte) Teile der Europahalle bzw. des angrenzenden Tagungshotels sind vom Grundsatz her geeignet, dass dort in sonst ungenutzten Zeiten Vorlesungen statfinden könnten.
5. Umwidmung von ohnehin leerstehenden Kirchen udn Gemeindesälen etc.
Es ist bzw. wäre alles nur eine Frage der Koordination und Organisation. Und DAS soll(t)en wir Deutsche doch (noch) können.
Die Räumlichkeiten sind z.T. bereits technisch (Computer, Beamer) optimal für Studien- und Lernzwecke ausgestattet (HWK, IHK, VHS etc.)
Das Land/die Uni tritt befristet als Untermieter auf: Denn um was geht es denn? Um jeweils ca. 3 1/2 Monate im Block (Vorlesungszeit) IN den jeweiligen Semestern.
Dies führt nicht nur im Falle der (not-)leidenden und sich stets in finanzieller Gefahr befindlichen Kinos wie dem Trierer Cinemaxx (Besucherrückgang, erste Faltrate-Karten, Begherlichkeit der Filmindustrie an den einnamen aus Popcorn etc., mit "Notprogrammen"/Sondernutzungen wie Formel 1 und Fussball hat man ja bereits Erfahrungen gesammelt), sondern bei allen oben genannten zu WIn-WIn-Situationen (die Kinos stehen sonst z.B. ganztägig leer, müssten aber dennoch abends angeheizt werden etc.)
Auch bei der Planung selbst entsteht bereits ein "Windfall-Profit", z.B. für die praxisbezogenen Studienformen u.a. bei der Erstellung eines "Verfügbarkeitskatasters" die Zusammenarbeit mit dem Dispatcher der Stadtwerke (bzgl. Buseinsatz).
Ökologisch und ökonomisch hätte eine Entzerrung und Koordinierung des ÖPNV. (Statt Spitzenlasten mit Rückleerfahrten.) auch seine Vorteile, neben der Ersparnis weiterer bald wieder unsinnig werdender Neubauten auf der grünen Wiese.
Die Räume (IHK, HWK, etc.) würden nahezu ganztägig und damit optimiert als Seminarräume genutzt, könnten den Trägern (bis hin zu den in Trier vertretenen Hotels bzw. Hotelketten) zusätzliche Einnahmen in der Krise generieren oder wegfallende andere ersetzen, mithin für bessere/preisgünstigere Kalkulationen/Angebote für auswärtige Zeilgruppen durch "Mischfinazierung" und Dauerauslastung (Heizkosten! etc.) sorgen. (Analogie zu einer irischen Fluglinie: "besser billige Nutzung als gar keine Nutzung !).
Man/Frau solle nicht erzählen, dass sich ein Kinosaal mit Multimedia-und Surround-Anlage, der sich für Sondernutzungen (WM udn Formel 1) eignete, nicht auch als HÖRsaal für eine simple VorLESUNG oder Powerpoint-Päsentation (auch zur Fernübertragung als zweiter "Audimax") eignen würde... .
Wie stark einzelne Fachbereiche/Dozenten davon betroffen wären, ließe sich ja in partnerschaftlichem Diskurs mit gemeinsamer Zielorientierung ohne parteipolitische Profilierungssucht bis -geilheit (soagr als Forschungsgegenstand) erörtern.
Natürlich ist DIESER Gedankengang zunächst für jede/-n, der sich sonst in eingefahrenen Gleisen bewegt bzw. stets unur an Neubau, Anbau und Umbau denkt, erschreckend. (ABer Nopt macht halt erfinderisch - und wir befinden uns in diesem (Bundes-)Land in Not. Je schneller wir uns dies eingestehen, umso besser.)
Beim längeren Nachdenken bekommt er allerdings etwas Tröstliches.
Nicht-Politiker-Ehrenwort!
Trier und Bildung - da rückt (in der Not) zusammen, was zusammen gehört.
Wie Ehrendoktorwürde? Für mich?
Okay! Ich würde sie sogar annehmen.
Kost ja nix!

